Der Duft guter Pasta

19.08.2013 21:00

Liebe Kunden,

ich möchte Ihnen in unserem Blog kleine Geschichten rund um das Thema Pasta erzählen. Teigwaren spielten in meinem Leben immer eine große Rolle, zum einen weil ich sie seit Kindertagen sehr gerne mag, zum anderen weil sie besonders als mein Vater Giuseppe das Unternehmen gründete immer wichtiger Gesprächsgegenstand in unserer Familie waren. Heute sind Teigwaren für mich nicht nur beruflich ständige Beschäftigung, ich esse sie auch immer noch genau so gerne und häufig wie damals.Frische Tagliatelle

Der Duft der Pasta!

Als ich zu einem Teenager mit 15 Jahre herangewachsen war, fand mein Vater es an der Zeit ihn auf eine Geschäftsreise zu begleiten. Es war August, große Ferien und ich war bereit mehr über die Arbeit meines Vaters zu erfahren.

Wir fuhren etwa 500 km zu einem kleineren Ort in der Nähe von Verona. Mein Vater schwärmte während beinahe der gesamten Fahrt von der ausgezeichneten Pasta die dort hergestellt würde. Er erzählte, dass der Hersteller einen ausgezeichneten Ruf in der Provinz rund um Rovigo bis hin nach Venedig habe und dass es sich um ganz außergewöhnliche Teigwaren handeln müsse. Ich konnte mir kein Urteil erlauben, da ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wirklich wusste, noch weniger verstand, was mein Vater meinte als er ständig wiederholte: „Eine gute Pasta erkennt man sofort beim Öffnen der Verpackung!”.  Für mich war Pasta damals Pasta, ich mochte die vielen Nudelgerichte, ich wußte dass meine Familie Teigwaren importierte und damit den Lebensunterhalt verdiente. Ich machte mir jedoch keine großen Gedanken um etwas triviales wie Nudeln. Ich war 15 Jahre alt und hatte viele andere, meines Erachtens bedeutend wichtigere Dinge im Sinn.

Das sollte sich schnell ändern. 

Nach stundenlanger Fahrt, mein Kopf dröhnte bereits von all den Informationen die mir mein Vater über das Geschäft erzählte, erreichten wir unser Ziel. Ich blinzelte in die Nachmittagssonne, fühlte die Ruhe die von der Stadt und ihren Menschen ausging und war glücklich, endlich angekommen zu sein. Ich fühlte mich an diesem Ort sofort wohl und wenige Minuten später waren wir auch schon am Ziel.

Im Unternehmen angekommen, erwartete uns bereits die gesamte Familie des Inhabers. Obwohl mich mein Vater darauf vorbereitet hatte, wunderte ich mich über die geradezu familiäre Begrüßung - immerhin hatte auch mein Vater bis zu diesem Zeitpunkt keinen persönlichen Kontakt mit dem Unternehmer. Er sah meinen verdutzten Gesichtsausdruck und flüsterte mir zu, dass dies eben das Leben in Bella Italia sei, auch im Geschäft. Lockerer, persönlicher, etwas anders als in Deutschland.

Nachdem wir die Familie kennen gelernt hatten, verschwand mein Vater mit dem Fabrikanten um Geschäftliches zu besprechen. Dem Filius wurde das Vergnügen zu teil, einen Rundgang durch die Firma zu machen. Nachdem ich passende Schutzkleidung übergezogen hatte - Hygiene nahm man in der Fabrik außerordentlich ernst, wartete ich darauf abgeholt zu werden. Während ich da saß, bemerkte ich dass mein Magen knurrte, wir hatten während der langen Fahrt nur kurz Rast gemacht und eine Kleinigkeit gegessen. In diesem Augenblick fiel mir auch ein durchdringender, aromatisch frischer und doch weicher Geruch auf, der auf mich einströmte. Der Duft kam natürlich aus der Produktion, das war klar, nur hatte ich mir das nicht so intensiv vorgestellt. Ich glaube damals dachte ich an irgend einen riesigen Bottich in dem Mehl, Wasser und was man sonst noch braucht automatisch verrührt wurde. Nudeln werden schließlich nicht gebacken, was sollte daran großartig duften? 

Nun begann mich die Führung doch zu interessieren, bis dahin hatte ich sie eher als lästige Pflicht eingestuft. Nach einiger Zeit kam eine junge Frau, begrüßte mich und begleitete mich zu meinem ganz persönlichen Trip ins Pasta-Land. Als wir die Produktionsräume betraten, welche ich mir größer vorgestellt hatte, erschlug mich der Geruch des frischen Nudelteigs beinahe. Viele Menschen arbeiteten in der Produktionsstraße, alle wie ich in Schutzkleidung eingepackt und intensiv mit den unterschiedlichsten Herstellungsprozessen beschäftigt. Während wir an den einzelnen Stationen vorbeigingen zwinkerten mir einige Arbeiterinnen zu, oder sprachen mich auf italienisch an - was etwas peinlich war, denn obwohl selbst Halbitaliener verstand ich die Sprache zu dem Zeitpunkt nur äußerst dürftig. Meine Begleitung nahm sich Zeit und erklärte jeden einzelnen Schritt, angefangen bei der Güte des Hartweizens, der Qualität des Wasser, die Bedeutung ausgezeichneter Eier für „pasta all uovo“, die Wichtigkeit der aufwändigen Matrizen die den Teigstückchen ihre Form geben, bis hin zum langsamen Trocknungsprozess der so außerordentlich wichtig für gute Pasta sei. 

Als die Führung beendet war, wartete ein großer Teller frischer, duftender Pasta auch mich und dies war das erste Mal, dass ich den Duft bewusst wahrnahm. Ehe ich eine ordentliche Portion Sauce darüber goss, roch ich nochmals an der nun gekochten Teigware und wurde mir schlagartig bewusst, dass es wohl sehr große Unterschiede in der Qualität geben musste. Pasta war ab diesem Moment nicht mehr nur Pasta, sondern ein komplexes Produkt mit vielen Nuancen. Letztlich beendete mein knurrender Magen meine Geruchsprobe und ich genoss die frischen Nudeln, sicher eines der besten einfachen Gerichte die ich je gegessen habe.

Seither verstehe ich was mein Vater meinte und weshalb er häufig wiederholte: „Eine gute Pasta erkennst du sofort beim Öffnen der Verpackung!“. Heute kenne ich die Details der Pastaherstellung wesentlich besser und ich denke ich kann gute Nudeln auf den ersten Blick erkennen. Farbe, Oberfläche, Reinheit, Trocknungsgrad, das sind Dinge die jeder Fachmann schnell einzuschätzen weiß. Das entscheidende Element aber, den Geruch den eine Warenprobe Pasta ausströmt wenn die Packung geöffnet wird, den weiß ich seit dieser Reise zu beurteilen und das ist beinahe täglich von großem Wert für meine Arbeit.

Wenn Sie das nachvollziehen wollen, bestellen Sie sich in unserem Shop eine Packung D'Amico Gourmet Teigwaren. Öffnen sie sie und riechen sie daran, dann verstehen Sie warum der Duft für mich ein so großes Qualitätsmerkmal ist. Diese besondere Pasta wird sie auch nach dem Kochen nicht enttäuschen, selbst wenn sie ganz einfach mit etwas gutem Parmesan genossen wird.

Ich hoffe, meine kleine Gesichte hat Ihr Interesse gefunden. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie uns Ihre kleinen Erlebnisse rund um die geliebte Pasta zukommen lassen würden.

19.08.2013 / Thomas D'Amico